Das Thema sexuelle Lustlosigkeit wird oft mit Frauen in Verbindung gebracht. Dass es beim Mann auch zu verminderter sexueller Appetenz kommen kann, wird oft unter den Teppich gekehrt. Dabei können Männer genauso unter einer mangelnden Libido leiden wie Frauen.

Wie wirkt sich die sexuelle Lustlosigkeit eines Mannes auf sein Sexleben und seine Partnerschaft aus?

Eine mangelnde Libido beim Mann hat konkrete Folgen auf sein tägliches Leben. Hier eine Übersicht der häufigsten:

Erektile Dysfunktion: Manchmal auch Impotenz genannt, ist es die Unfähigkeit, eine Erektion zu haben oder aufrechtzuerhalten, die für sexuelle Aktivität ausreichend ist.

Vorzeitige Ejakulation: Unfähigkeit, den Orgasmus und die Ejakulation zu verzögern, so dass sie sehr früh auftritt und den anderen Partner unzufrieden lässt.

Männliche Orgasmus-Störung: Unvermögen, den Orgasmus (Höhepunkt) mit einem Partner zu erreichen; in einigen Fällen kann der Orgasmus nur durch Masturbation oder Oralsex erreicht werden.

Gehemmtes sexuelles Verlangen: ein Desinteresse an sexuellem Kontakt oder völliger Mangel an sexuellem Verlangen.

Rückläufige Ejakulation: das Sperma kommt nicht aus der Penisspitze, sondern wandert während des Orgasmus rückwärts in die Blase; oft eine Nebenwirkung der Einnahme bestimmter Medikamente.

Priapismus: eine verlängerte Erektion oder Dauererektion, die länger als zwei Stunden andauert ohne sexuelles Verlangen zuhaben, was unbehandelt zu Erektionsstörungen führen kann; dieser seltene Zustand ist potenziell gefährlich und erfordert sofortige medizinische Hilfe.

Welche Ursachen hat sexuelle Lustlosigkeit beim Mann?

Sexuelle Erregung wird von vielen Faktoren beeinflusst. Einige davon sind physisch, andere psychologisch.

An einer Erektion sind z.B. das Nerven- und Gefäßsystem (das Netzwerk von Arterien und Venen) und ein angemessener Hormonspiegel beteiligt, so dass Probleme mit einem dieser Systeme die Sexualfunktion beeinträchtigen können. Leidet man unter sexueller Lustlosigkeit, sorgt das oft für zusätzlichen Stress, welcher das Problem noch weiter verschlimmern kann.

Physische Ursachen für sexuelle Lustlosigkeit beim Mann

Physische Ursachen sind vor allem gesundheitliche Probleme. Zu den häufigsten körperlichen Ursachen für verminderte sexuelle Appetenz beim Mann gehören die folgenden:

  • Diabetes (besonders Typ 2)
  • Hypogonadismus, bei dem die Hoden nicht genügend Testosteron produzieren.
  • Schilddrüsenerkrankungen (sowohl Hyperthyreose als auch Hypothyreose)
  • Nebennierenläsionen (Cushing-Syndrom)
  • Nichtkrebserregende Hypophysenwachstum, das den Spiegel eines Hormons namens Prolaktin erhöht
  • Krankheiten, die das Nervensystem betreffen, einschließlich Schlaganfälle, Rückenmarksverletzungen, Multiple Sklerose, langanhaltendes Diabetes und Parkinson
  • Schäden an Arterien oder Venen nach einer Beckenoperation (z.B. Prostata-, Dickdarm- oder Blasenoperation) oder nach einer Strahlenbehandlung
  • Krankheiten, die den Penis direkt betreffen, wie z.B. Peyronie-Krankheit (Peniskrümmung), Verletzung des Penis selbst oder der Arterien, Venen oder Nerven, die den Penis versorgen
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Herzerkrankungen)
  • Blockaden im Blutfluss zum Penis
  • Auslaufende Venen
  • Krankheiten oder Verhaltensweisen, die das Risiko von Gefäßerkrankungen erhöhen, wie Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes, hoher Cholesterinspiegel und Adipositas, oder die Medikamente zur Behandlung dieser und anderer Krankheiten

Psychische Ursachen für sexuelle Lustlosigkeit beim Mann

Psychologische Faktoren spielen eine große Rolle beim Sex. Sie sind z.B. für etwa 10%-20% aller Fälle von Erektionsstörungen verantwortlich. Zu den häufigsten psychologischen Ursachen von für sexuelle Lustlosigkeit beim Mann gehören:

  • Depression
  • Angstzustände
  • Kindheitstraumata oder Missbrauch
  • Probleme in der Partnerschaft und Beziehung
  • Zu viel Stress im Alltag
  • Schuldgefühle beim Sex
  • Sexuelle Aversionsstörung
  • Erlerntes Verhaltensmuster der schnellen Ejakulation bei häufiger Masturbation oder seltener sexueller Aktivität

Was kann man(n) gegen sexuelle Lustlosigkeit tun?

Um das Problem der mangelnden Libido beim Mann zu behandeln, ist es zunächst notwendig, die genaue Ursache zu ermitteln. Liegt diese nicht auf der Hand, ist es sinnvoll einen Arzt zu konsultieren. Hier kommen – je nach Art des Problems – ein Urologe oder ein Psychologe in Frage. Ist man sich der Ursache rein gar nicht bewusst, kann man das Problem auch vorerst bei seinem Hausarzt ansprechen und ihn um eine passende Überweisung zu einem Experten bitten.

Ist die Ursache rein körperlich, kann oft schon der Einsatz von passenden Medikamenten große Wirkung zeigen. Bei psychischen Auslösern wie Depression, Problemen in der Beziehung oder Stress ist oft eine längerfristige Behandlung notwendig. Bei psychologischen Problemen ist es auch besonders wichtig den/die Partnerin miteinzubeziehen – denn nicht selten liegt sexueller Lustlosigkeit ein Beziehungsproblem zu Grunde. In solchen Fällen können professionelle Gespräche mit einem Psychologen sehr helfen.

Egal, welche Ursache schlussendlich der Grund für die mangelnde Libido ist: es ist wichtig nicht aufzugeben und sich der Tatsache bewusst zu sein, dass Lustlosigkeit gut behandelbar ist, wenn man gewillt ist, dieses Problem in Angriff zu nehmen!