Cialis (Tadalafil) und Viagra (Sildenafil) gehören zur Medikamentenklasse der PDE5-Hemmer und werden zur Behandlung von Impotenz bzw. erektiler Dysfunktion und vergrößerter Prostata (BPH) eingesetzt. Cialis hat eine längere Wirkungszeit als Viagra (ca. 18 Stunden im Vergleich zu 4-6 Stunden) und ermöglicht so über einen längeren Zeitraum, eine Erektion zu bekommen und aufrechtzuerhalten. Cialis und Viagra haben vergleichbare Nebenwirkungen.

Cialis vs. Viagra im Schnellvergleich

  • Cialis (Tadalafil) und Viagra (Sildenafil) sind Phosphodiesterase-5 (PDE5)-Hemmer zur Behandlung von Erektionsstörungen.
  • Adcirca ist ein weiterer Handelsname von Tadalafil.
  • Zu den häufigen Nebenwirkungen sowohl von Cialis als auch von Viagra gehören Rötungen (Rötungen oder Hitzewallungen im Bereich von Gesicht, Hals oder Brust), Kopfschmerzen, Magenschmerzen oder -verstimmungen, grippeähnliche Symptome (wie verstopfte Nase, Niesen oder Halsschmerzen), Gedächtnisprobleme, Muskel- oder Rückenschmerzen, verschwommenes Sehen und Veränderungen im farblichen Sehvermögen (z. B. die Unfähigkeit, zwischen den Farben Grün und Blau zu unterscheiden), Schwindel, Durchfall, Übelkeit, niedriger Blutdruck, abnormale Ejakulation und verlängerte Erektion (Priapismus), Hörverlust und Ohrgeräusche.
  • Ein Unterschied zwischen den Wirkstoffen ist, wie lange sie im körperlichen System verbleiben. Cialis verhilft Ihnen zu einer signifikant längeren Erektionsfähigkeit als Viagra, da die Wirkung von Tadalafil bis zu 18 Stunden anhält, während Sildenafil nach etwa 4 bis 6 Stunden zu wirken aufhört.

Was sind Cialis und Viagra genau?

Cialis (Tadalafil) und Viagra (Sildenafil) sind Medikamente zur oralen Einnnahme, die zur Behandlung von Impotenz, also der Unfähigkeit eine Peniserektion zu erlangen oder aufrechtzuerhalten, und gutartiger Prostatahyperplasie (BPH) eingesetzt werden. Sie gehören zur Medikamentenklasse der PDE5-Hemmer, der auch Vardenafil (Levitra, Staxyn ODT) und Avanafil (Stendra) zuzurechnen sind.

Eine Erektion ist die Folge eines verstärkten Blutflusses in den Penis. Unter normalen Bedingungen führt sexuelle Stimulanz zur Produktion und Freisetzung von Stickoxid im Penis. Stickoxid aktiviert dann das Enzym Guanylatcyclase, das wiederum die Produktion von zyklischem Guanosinmonophosphat (cGMP) bewirkt. Es ist das cGMP, das in erster Linie für die Erektion verantwortlich ist, indem es die Blutmenge steuert, die aus den körperlichen Blutgefäßen in den Penis hinein und wieder heraus fließt.

Das Enzym Phosphodiesterase-5 (PDE5) bewirkt den Abbau von cGMP, so dass eine Erektion auch wieder abklingen kann. Bei Erektionsstörungen funktioniert PDE5 oft „zu gut“ und es kommt gar nicht erst zur Erektion oder diese hält nicht lage genug an. Cialis und Viagra hemmen PDE5 und erhalten so die Blutflusssteuerungsfunktion des cGMP aufrecht und dadurch auch die Erektionsfähigkeit des Mannes.

Welche Nebenwirkungen haben Cialis und Viagra?

Cialis

Die häufigsten Nebenwirkungen von Tadalafil sind:

  • Gesichtsrötung
  • Kopfschmerzen
  • Magenverstimmung
  • Durchfall
  • grippeähnliche Symptome
  • Übelkeit
  • niedriger Blutdruck (Hypotonie)
  • verschwommene Sicht
  • Veränderungen des farblichen Sehvermögens
  • abnormale Ejakulation

Viagra

Ungefähr 15 % der Personen, die Viagra einnehmen, erleiden Nebenwirkungen. Die häufigsten Nebenwirkungen sind:

  • Gesichtsrötung (in 1 von 10 Fällen)
  • Kopfschmerzen (in 1 von 6 Fällen)
  • Magenschmerzen
  • Verstopfung der Nase
  • Übelkeit
  • Schwindelgefühl
  • Hautausschlag
  • Harnwegsinfektionen
  • Durchfall
  • Veränderungen des farblichen Sehvermögens (Unfähigkeit, zwischen den Farben Grün und Blau zu unterscheiden)

Wie hoch sind Cialis- und Viagra-Tabletten dosiert?

Cialis

Bei den meisten Männern beträgt die empfohlene Anfangsdosis von Tadalafil 10 mg pro Tag, die vor der sexuellen Aktivität einzunehmen ist (Tadalafil zur Verwendung bei Bedarf).

Abhängig vom dadurch erzielten Effekt oder den Nebenwirkungen kann die Dosis auf 20 mg erhöht oder auf 5 mg pro Tag reduziert werden. Die Wirkung von Tadalafil kann bis zu 36 Stunden anhalten. Personen, denen Medikamente zur Senkung des Blutzuckerspiegels verschrieben worden sind, sollten eine Gesamtdosis von 10 mg Tadalafil innerhalb von 72 Stunden nicht überschreiten (siehe Arzneimittelwechselwirkungen).

Für die regelmäßige tägliche Anwendung unabhängig von konkret geplanten sexuellen Aktivitäten beträgt die empfohlene Dosis 2,5 bis 5 mg täglich. Bei dieser dauerhaft regelmäßigen Therapie von Erektionsstörungen ist die Tadalafil-Tablette etwa zur jeweils gleichen Tageszeit einzunehmen. Tadalafil sollte bei jeder Therapieform nicht öfter als einmal am Tag eingenommen werden. Tadalafil kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden, da die Nahrung die Aufnahme des Wirkstoffes aus dem Darm nicht beeinträchtigt.

Die empfohlene Dosis für die regelmäßige Einnahme zur Therapie von BPH ist 5 mg täglich.
Bei Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion sollte die Tadalafil-Dosis entsprechend angepasst werden.

Viagra

  • Die übliche empfohlene Dosis beträgt 25 bis 100 mg, die eine Stunde vor der sexuellen Aktivität einzunehmen ist.
  • Die maximale Dosis beträgt 100 mg täglich.
  • Ältere Menschen ab 65 Jahren sollten mit einer 25 mg-Dosierung beginnen.
  • Sildenafil wird sehr schnell aufgenommen. Die höchste Wirkstoffkonzentration im Blut wird innerhalb von 30 bis 120 Minuten (60 Minuten im Mittelwert) nach der oralen Einnahme auf nüchternen Magen erreicht. Wenn Sildenafil mit einer fettreichen Mahlzeit eingenommen wird, wird die Absorption des Wirkstoffes beeinträchtigt, was eine durchschnittliche Verzögerung der maximalen Konzentration von 1 Stunde bewirkt.

Welche Medikamente erzeugen Wechselwirkungen bei gleichzeitiger Einnahme von Cialis und Viagra?

Cialis

Der Abbau von Tadalafil im Körper kann durch Erythromycin, Ketoconazol (Nizoral), Itraconazol (Sporanox), Indinavir (Crixivan) und Ritonavir (Norvir) beeinträchtigt werden. Daher können diese Medikamente den Gehalt an Tadalafil im Blut erhöhen. Wenn diese Medikamente gleichzeitig mit Tadalafil verwendet werden, sollte die Bedarfsfalldosis von Tadalafil auf 10 mg innerhalb von 72 Stunden und die Dosis bei regelmäßiger täglicher Anwendung auf 2,5 mg reduziert werden, um Nebenwirkungen durch zu hohe Tadalafilwerte zu vermeiden.

cialis pillsRifampin, Carbamazepin (Tegretol, Tegretol XR, Equerto, Carbatrol), Phenytoin (Dilantin, Dilantin-125) und Phenobarbital können die Konzentration von Tadalafil im Blut senken und möglicherweise so die Wirkung von Tadalafil reduzieren.

Tadalafil steigert die Herzfrequenz und die blutdrucksenkende Wirkung von Nitrat-Medikamenten, z. B. Nitroglycerin, Isosorbiddinitrat (Isordil), Isosorbidmononitrat (Imdur, Ismo, Monoket), Nitroglycerin (Nitro-Dur, Transderm-Nitro), die hauptsächlich zur Behandlung von Herzschmerzen (Angina Pectoris) eingesetzt werden. Bei Patienten, die Nitrat-Medikamente zur Behandlung der Angina Pectoris einnehmen, kann Tadalafil Herzschmerzen oder sogar einen Herzinfarkt verursachen, indem es sowohl die Herzfrequenz erhöht als auch die Blutdrucksenkung verstärkt. Daher sollte Tadalafil nicht zusammen mit Nitrat-Medikamenten verwendet werden.

Tadalafil erhöht zudem die blutdrucksenkende Wirkung einiger Alpha-Blocker wie Terazosin (Hytrin), die vor allem zur Behandlung von Bluthochdruck oder von BPH eingesetzt werden. Die Alpha-Blocker-Medikation muss optimal eingestellt und angepasst sein, bevor mit der Einnahme von Tadalafil begonnen wird. In solchen Fällen sollte die Therapie mit Tadalafil mit der niedrigsten Dosis begonnen werden. Wenn ein Patient bereits Tadalafil einnimmt, sollte entsprechend mit den Alpha-Blockern mit der niedrigsten Dosis begonnen werden. Die Kombination von Tadalafil mit Alpha-Blockern zur Behandlung der BPH wird nicht empfohlen.

Tadalafil und Alkohol senken beide den Blutdruck. Daher kann die Kombination von Tadalafil mit Alkohol zu übermäßigen Blutdruckabfällen und zu Schwindel, Kopfschmerzen und erhöhter Herzfrequenz führen.

PDE5-Hemmer können die Blutplättchenfunktion beeinträchtigen und somit die Blutzirkulation tangieren. Tadalafil sollte bei Patienten mit Blutungsstörungen oder akuten Geschwüren vorsichtig eingesetzt werden. Tadalafil sollte nicht mit Adcirca (einer anderen Form von Tadalafil) oder anderen PDE5-Hemmern, z. B. Vardenafil (Levitra) oder Sildenafil (Viagra, Revatio), kombiniert werden.

Viagra

viagra pillsViagra erhöht die Wirkung von blutdrucksenkenden Medikamenten und steigert auch die blutdrucksenkende Wirkung von Nitrat-Medikamenten, z. B. Isosorbiddinitrat (Isordil), Isosorbidmononitrat (Imdur, Ismo, Monoket), Nitroglycerin (Nitro-Dur, Transderm-Nitro), die hauptsächlich zur Behandlung der Angina Pectoris eingesetzt werden. Patienten, die Nitrat-Medikamente einnehmen, sollten kein Viagra verwenden.

Viagra darf nicht mit anderen PDE5-Hemmern (z. B. Vardenafil [Levitra], Tadalafil [Cialis]) kombiniert werden.
Cimetidin (Tagamet), Erythromycin, Ketoconazol (Nizoral), Itraconazol (Sporanox), Atazanavir (Reyataz) und Mibefradil (Posicor) können zu einer deutlichen Erhöhung der Viagra-Konzentration im Blut führen. Patienten, die diese Medikamente einnehmen, sollten vor der Verwendung von Sildenafil sorgfältig untersucht werden.

Rifampin hingegen wirkt sich vermutlich negativ auf die Sildenafil-Konzentration im Blut aus und dürfte so die Wirksamkeit von Viagra einschränken.

Ist die Anwendung von Cialis und Viagra in der Schwangerschaft und Stillzeit unbedenklich?

Cialis

Tadalafil ist nicht für Frauen zugelassen und wurde nicht bei stillenden Frauen getestet.

Viagra

Obwohl umfangreiche Tierversuche keine negativen Auswirkungen auf den Fötus gezeigt haben, wurde Viagra nicht an schwangeren Frauen untersucht. Die Anzahl der Spermien oder deren Beweglichkeit bei Männern wird von Viagra nicht beeinflusst.
Es gibt keine Kenntnisse dazu, ob Sildenafil in die Muttermilch abgegeben wird.

Zusammenfassung

Cialis (Tadalafil) und Viagra (Sildenafil) sind Medikamente zur oralen Einnahme, die zur Behandlung von Impotenz, also der Unfähigkeit, eine Erektion des Penis zu erlangen oder aufrechtzuerhalten, und gutartiger Prostatahyperplasie (BPH) eingesetzt werden. Sie gehören zur Medikamentenklasse der Phosphodiesterase-5 (PDE5)-Hemmer, der auch Vardenafil (Levitra, Staxyn ODT) und Avanafil (Stendra) zuzurechnen sind.